Menschenhandel

 

 

Was ist Menschenhandel und Sexsklaverei?

Das Thema Menschenhandel und Sexsklaverei ist heutzutage ein ernstzunehmendes und leider weit unterschätztes Thema. Laut der Menschenrechtsorganisation (MRO) A21, das am schnellsten wachsende industrielle Verbrechen der heutigen Zeit, bei welchem gerade einmal 1% der Opfer gerettet werden können. Menschen werden dabei gegen ihren Willen zu Zwangsarbeit, zu Kriegszwecken oder zur Zwangsprostitution gezwungen und von Untergundorganisationen gehandelt. Menschenhandel wird zwar nicht ausschließlich zu Zwecken der Zwangsprostitution betrieben, dennoch ist dies eines der größten Gebiete der heutigen Sklaverei. Oft werden junge Männer und Frauen, bereits schon im Kindesalter auf grausamste Weise misshandelt und wie Massenware sexuell missbraucht. Opfer werden jahrelang unter unmenschlichen Umständen gefangen gehalten und müssen je nach Einsatzort zwischen 4 und 18 Freier am Tag bedienen. Wehren sie sich, werden sie so lange körperlich misshandelt und geschlagen, bis man ihren Willen gebrochen hat.

Menschen werden weltweit, auch in Europa, gegen ihren Willen festgehalten und gehandelt. Auch in der Schweiz und in Deutschland ist dies ein aktuelles Problem. Laut A21 werden durch Menschenhandel weltweit jährlich rund 130 Milliarden US Dollar erwirtschaftet. Eine Zahl, die man kaum greifen kann. Das Leben einer jungen Frau in Indien wird dabei im Schnitt für umgerechnet etwa 300$ zur Zwangsprostitution
verkauft.

 

Wie geraten die Frauen in die Hände von kriminellen Menschenhändlern?

Wie kann es sein, dass junge Frauen oft schon im Kindesalter in die Hände von Menschenhändlern geraten, gegen ihren Willen festgehalten und zum Missbrauch gehandelt werden? Die Gründe dafür sind vielseitig und leider oft auf extreme Armut zurückzuführen. Nicht selten kommt es vor, dass Eltern ihre Familien nicht mehr ernähren können. Meistens sehen sich arme Familien gezwungen ihre Kinder an
Menschenhändler zu verkaufen. Unvorstellbar, aber leider tägliche Realität. Viele der Opfer sind auch Waisenkinder oder junge Frauen die von ihrer Familie aufgrund ihres Geschlechts verstoßen wurden. Oft machen sich solche Frauen auf zur nächsten größeren Stadt um sich eine Arbeit zu suchen, die ihnen ein besseres Leben ermöglichen soll. Solche Frauen sind für kriminielle Menschenhändler leichte Beute.
Händler und Händlerinnen tarnen sich als hilfsbereite und nette Bekanntschaften, die ihnen ihre Hilfe anbieten. Sie begegnen ihnen freundlich und locken die jungen Frauen mit lukrativen Jobangeboten. Die Opfer fassen schnell vertrauen zu diesen Händlern und werden bei der nächstbesten Gelegenheit betäubt und an Untergrundorganisationen verkauft. Die jungen Frauen werden dann quer durch das ganze Land verschleppt und kommen erst in Bordellen wieder zu sich, wo sie auf unwürdigste Art gefangen gehalten
und sexuell missbraucht werden.

 

Warum ist es für Frauen, die gerettet wurden, so schwer sich ein neues Leben aufzubauen?

Nur wenige Frauen werden gerettet oder können aus den Fängen krimineller Organisationen entfliehen. Viele der Frauen sind nie zur Schule gegangen und haben keinerlei berufliche Qualifikation. Als Frau in Indien hat man es, im Vergleich zu Europa, extrem schwer sich selbst zu versorgen. Auch ohne eine Vergangenheit in Zwangsprostitution, hat eine Frau in Indien kaum Rechte. Wenn sie dann noch aus Armutsverhältnissen kommt, oder einer niedrigen Kaste angehört, gibt es nur niedrigste und kaum bezahlte Arbeiten, die sie ausüben kann. Frauen, die jahrelang gefangen gehalten wurden, haben meistens keine Alternative als zur Prostitution zurückzukehren. Hinzu kommt noch die große seelische Not, welche diese Frauen mit sich tragen. Sie haben schreckliche Dinge erlebt und kämpfen mit Angstzuständen und Suizidgedanken, was einen Neuanfang noch einmal erheblich erschwert. Was diese jungen Frauen erlebt haben, können wir uns kaum vorstellen.

 

Weitere Informationen zum Thema Menschenhandel:

Mehr Information zu Menschenhandel in der Schweiz findest du hier: https://www.act212.ch/
Erfahre hier mehr über weltweiten Menschenhandel und Sklaverei: https://www.a21.org